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11.05.2021

Runder Tisch

Runder Tisch

Stadt Hannover startet Runden Tisch „Ethik und Pflege“

Neues Format ist Teil von Neuausrichtung der städtischen Senior*innenarbeit. Am 12. Mai, dem internationalen Tag der Pflegenden des International Council of Nurses (ICN) initiiert die Landeshauptstadt Hannover erstmals einen Runden Tisch „Ethik und Pflege“ als Austauschplattform für Institutionen aus dem Bereich Pflege (z.B. Medizin, Verbände und Pflegekassen), dem Seniorenbeirat sowie Akteur*innen aus Politik und Verwaltung. Auf der Tagesordnung stehen ethische Fragestellungen wie beispielsweise der Konflikt der Pfleger*innen zwischen „Funktionieren müssen und am Limit arbeiten“ oder „Besuchsverbote - Einschränkungen von Grundrechten versus Gesundheitsschutz“. Insgesamt ist es Ziel dieses Formats sich aktuellen ethischen Themen zu widmen und im Dialog mit allen Teilnehmenden Lösungen zu entwickeln. „Die Pandemie hat das Leben nahezu aller Menschen verändert und die Gesundheitssysteme vor eine Zerreißprobe gestellt. Nur mit dem Einsatz und der Leistung der Pfleger*innen ist eine gute und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung weiterhin möglich. Mit einem Runden Tisch 'Ethik und Pflege‘ möchten wir zu einem Dialog beitragen, der den Umgang mit Pfleger*innen in Belastungssituationen mit Verständnis und Würde unterstützt“, sagte Sozialdezernentin Sylvia Bruns zum Start der Initiative.

Mehr denn je sind es die Pflegekräfte die in der vordersten Reihe COVID-19 täglich bekämpfen, Unglaubliches leisten und seit mehr als einem Jahr jeden Tag immer wieder funktionieren, um das Leben der Patient*innen und Bewohner*innen zu schützen. Trotz dieser Erkenntnis wird die Leistung der Pflegenden nicht immer genügend gewürdigt und ihnen oftmals vorgehalten, die Rechte von Bewohner*innen und Patient*innen in sozialen Einrichtungen in unberechtigter Weise einzuschränken.

Der Start dieses speziellen Formats ist ein Baustein in der Neuausrichtung der Senior*innenarbeit der Landeshauptstadt Hannover, die Sozialdezernentin Bruns seit ihrem Amtsantritt im Herbst vergangen Jahres umsetzt. „Wir müssen die Senior*innenarbeit bedarfs- und bedürfnisgerecht ausrichten, d. h. dass wir die Teilhabechancen der Menschen im Alter vergrößern. Dabei spielt die Digitalisierung eine entscheidende Rolle. Ältere Menschen benötigen sowohl die technische Ausstattung als auch Bildungsmethoden zum Umgang mit neuen Technologien." Darüber hinaus ist geplant, noch stärker Senior*innen mit Migrationshintergrund anzusprechen und einzubeziehen. „Altersarmut, Wohnungslosigkeit im Alter und Vereinsamung sind wichtige Themen ebenso wie der kontinuierliche Ausbau der alter(n)sgerechten Quartierentwicklung“,so Bruns weiter. In diesem Rahmen sollen Angebote geschaffen werden, beispielsweise auch Dialogformate zwischen Jung und Alt, die Förderung regelmäßiger Treffs im Quartier und neue Kulturangebote wie z. B. Open-Air-Kinoangebote in den warmen Sommermonaten auf geeigneten Außenflächen im Quartier. Vorgesehen sind auch Quartierskonferenzen mit Quartiers- bzw. Bürger*innenräten mit und für die Senior*innen.

Im Bereich der stationären Alten- und Pflegezentren gilt es, ambulante und stationäre Versorgungsstrukturen besser zu verzahnen und flexiblere Möglichkeiten der Versorgung anzubieten, z. B. Tagespflege mit Therapieangeboten zu verbinden und gleichzeitig als Angebot zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben von pflegenden Angehörigen auszubauen. „Wir müssen die Leistungsangebote insgesamt noch erweitern, z. B. bei der Pflege junger Menschen oder Menschen mit chronischen Erkrankungen“, sagte Bruns zu weiteren Zielen.

Hintergrund: Der International Council of Nurses (ICN), ist ein Zusammenschluss von über 130 nationalen Berufsverbänden der Pflege mit Sitz in Genf. Die deutschen Pflegekräfte werden dort durch den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) vertreten. Der ICN identifiziert drei entscheidende Bereiche für die Verbesserung von Pflege und Gesundheit. Als sogenannten ICN-Säulen gelten Berufspraxis, Regulierung und sozio-ökonomische Wohlfahrt.