Der Grundsatz, dass soziale Arbeit im Gemeinwesen ohne die Mitarbeit ehrenamtlich tätiger Menschen nicht möglich und auf Dauer schon gar nicht finanzierbar ist, ist unumstritten. Bürgerschaftliches Engagement bekommt daher in der heutigen Zeit eine immer größere Bedeutung. Das Ehrenamt ist jedoch kein Ersatz- oder Hilfsdienst, sondern eine eigenständige Aufgabe, in der sich engagierte Einwohnerinnen und Einwohner der unterschiedlichsten Altersgruppen zeitlich begrenzt in den verschiedensten Tätigkeitsbereichen ehrenamtlich einsetzen und eigenverantwortlich mitarbeiten.
Was können Sie als Engagierte/r erwarten?
Ehrenamtliche Mitarbeit in der Seniorenarbeit sollte grundsätzlich nicht von kommerziellen Interessen geprägt sein. Ehrenamtliche übernehmen ergänzende Aufgaben in sozialen Arbeitsfeldern und werden nicht anstelle von Professionellen eingesetzt. Als ehrenamtliche/r Mitarbeiter/innen finden Sie vor allem ein sinnvolles Betätigungsfeld, das Ihrem Leben einen neuen Inhalt geben kann. Neben dem Gefühl gebraucht zu werden, ist eine freiwillige Tätigkeit in der Seniorenarbeit eine Chance zur Entfaltung der eigenen Persönlichkeit. Hier können bestimmte Fähigkeiten, Begabungen sowie Erfahrungen und persönliche Kompetenzen eingebracht werden.
Hauptamtliche Mitarbeiter/innen eines Wohlfahrtsverbandes, der Kommune oder eines Vereins arbeiten dabei partnerschaftlich mit Ihnen als ehrenamtlich Engagiertem zusammen, beraten, unterstützen und bereiten Sie auf Ihre Aufgabe vor. Die Möglichkeit, regelmäßig an Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen teilzunehmen, ist wichtiger Bestandteil der Arbeit. Die Teilnahme an diesen Fortbildungen ist grundsätzlich freiwillig und manchmal Voraussetzung, um in einem bestimmten Engagementfeld tätig werden zu können. Die Kosten werden durch den jeweiligen Träger übernommen.
Zur Erstattung der Auslagen, die Ihnen durch die ehrenamtliche Mitarbeit entstehen, erhalten Sie meistens eine pauschalierte Aufwandsentschädigung. Für das ehrenamtliches Engagement besteht während der Ausübung Versicherungsschutz. Erkundigen Sie sich gezielt nach den Bedingungen beim jeweiligen Träger. In der Regel können Sie sich Ihren Einsatz auch bescheinigen lassen, um damit Ihre Erfahrungen z.B. einem Arbeitgeber gegenüber dokumentieren zu können.
Was sollten Sie mitbringen?
Wenn Sie sich freiwillig in der Seniorenarbeit für ältere Menschen einsetzen wollen, so sollten Sie Einfühlungsvermögen und Verständnis für diese Zielgruppe und deren Lebenssituation mitbringen. In manchen Einsatzfeldern ist es wichtig, dass Sie sich als Teil eines Teams verstehen und gerne mit anderen Ehrenamtlichen eng zusammenarbeiten. In der Regel wird von Ihnen Verschwiegenheit und Datenschutz Außenstehenden gegenüber erwartet, da Sie u.U. viel Persönliches erfahren. Grundsätzlich sollten Sie Zeit übrig haben, die Sie regelmäßig einbringen können. Je nach Einsatzfeld (z.B. Sterbebegleitung) kann auch eigene seelische Stabilität von Bedeutung sein, da die Arbeit als solche u.U. sehr belastend ist. Diese Bedingungen werden im Rahmen eines Erstgesprächs mit einer Fachkraft geklärt.
Weiterhin gehört bei einigen Trägern zu den Bedingungen eines Einsatzes als Ehrenamtliche/r eine so genannte „Verpflichtung“. Die Interessenten werden in diesem Zusammenhang über ihre Rechte und Pflichten (z.B. Verschwiegenheit) aufgeklärt, erhalten einen Ausweis und schriftliche Unterlagen. Bei manchen Trägern wird stattdessen bei Aufnahme einer ehrenamtlichen Tätigkeit eine allgemeine schriftliche Vereinbarung über den zeitlichen Umfang und Inhalt des jeweiligen Einsatzes, sowie Beendigung der Tätigkeit geschlossen. Vor Beginn einer ehrenamtlichen Tätigkeit (z.B. im Besuchsdienst) wird gelegentlich von den Trägern auch die Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses verlangt.
Engagementbereiche
In der Seniorenarbeit finden sich sehr vielfältige Einsatzmöglichkeiten für ehrenamtlich Engagierte. So können Sie Ihre Fähigkeiten als Leiter/in von Gruppen und Fahrten bzw. Reisen einbringen. Zur dieser sozialen Gruppenarbeit zählen bildende, soziokulturelle und gesellige Freizeit- und Kreativangebote.
Wenn Ihnen die Arbeit mit Einzelpersonen mehr am Herzen liegt, können Sie im Rahmen der sozialen Einzelfallhilfe im Partnerbesuchsdienst tätig werden. Hier steht die persönliche Hilfe für den Einzelnen im Vordergrund. Der Besuchsdienst ist ein Angebot, das sich an besonders einsame, alleinstehende Menschen, die noch zu Hause leben richtet, aber auch an Heimbewohner/innen. Erkundigen Sie sich hierfür bei den Heimen direkt oder bei den Wohlfahrtsverbänden.
Weiterhin gibt es auch Einsatzmöglichkeiten, die eher organisatorischen oder unterstützenden Charakter haben (z.B. Veranstaltungsorganisation oder Unterstützung in der Gruppenarbeit). In den letzten Jahren sind weitere Einsatzfelder und Projekte hinzugekommen, die verschiedenste Möglichkeiten bieten. Zu nennen ist hier die oben erwähnte Hospizarbeit, die Betreuung von Demenzerkrankten im häuslichen Umfeld, der Einsatz beim „Großelterndienst“, die Mitarbeit in einem ehrenamtlichen Handwerkerdienst, in einem Seniorenbüro und vieles andere mehr. Informieren Sie sich entweder direkt bei den einzelnen Wohlfahrtsverbänden, beim Kommunalen Seniorenservice Hannover oder im Freiwilligenzentrum Hannover. Weiterhin gibt es auch Vereine und Initiativen, die gezielt Engagierte suchen.
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