22.05.2012
 
   Home     AGB     Impressum   Kontakt   Eintragsverwaltung
Suche
Informationstexte sortiert
► Informationen ► Wohnen im Alter
14.02.2009 Zurück zur Liste
Wohnen im Alter

Selbstbestimmt Wohnen im Alter
Wohnraumanpassung
Betreutes Wohnen - Service-Wohnen - Was sind die Unterschiede?
Gemeinschaftliches Wohnen
Wohnstifte
Ambulant betreute Pflegewohngemeinschaften
Wohnen im Pflegeheim
Literaturtipps zum Thema Wohnen im Alter


Selbstbestimmt Wohnen im Alter

Die meisten Senioren möchten möglichst bis zum Lebensende mit einem hohen Maß an Selbstbestimmung in einer für sie altersgerecht gestalteten Wohnung und Wohnumgebung bleiben können. Dafür müssen allerdings einige Voraussetzungen gegeben sein:

• Das Wohnumfeld sollte eine funktionierende Infrastruktur bieten. Geschäfte für den täglichen Bedarf, Ärzte und der öffentliche Personennahverkehr sollten fußläufig problemlos erreichbar sein. Öffentliche Begegnungsmöglichkeiten, wie Cafès und Freizeiteinrichtungen sollten diese Infrastruktur ergänzen.

• In der direkten Wohnumgebung benötigen ältere Menschen ein informelles Hilfenetz. Dazu gehört eine gute Nachbarschaft oder Verwandte und Freunde in der Nähe.

• Hinzukommen muss bei Bedarf ein formelles Hilfenetz, das pflegerische und hauswirtschaftliche Hilfsdienste bietet.

• Die eigene Wohnung und die direkte Wohnumgebung sollten zudem weitestgehend barrierefrei gestaltet sein.

Schauen Sie auch genauer Ihre Wohnung an. Gibt es dort mindestens:

• einen schwellenfreien Zugang zur Wohnung und zu allen Räumen mit Balkon oder Terrasse
• die Sicherung von nicht vermeidbaren Stufen mit zwei Handläufen
• die leichte Erreichbarkeit und Nutzbarkeit von Alltagsgegenständen
Diese aufgeführten Gesichtspunkte sollten Sie bedenken, wenn Sie Ihre jetzige Wohnung umgestalten wollen oder sich auf die Suche nach einer neuen Wohnform begeben. Die Anforderungen gelten auch für Wohnungen in besonderen Wohnformen (z.B. Seniorenwohnanlagen).

Wohnraumanpassung

Unter Wohnraumanpassung verstehen wir die Anpassung der vorhandenen eigenen Wohnung und der unmittelbaren Wohnumgebung an die veränderten Bedürfnissen und Fähigkeiten ihrer Bewohner.

Die angestrebten Ziele können mit verschiedenen Mitteln erreicht werden. Beispiele sind:

• Umorganisation der Wohnung, z. B. Ummöblierung
• Hilfsmitteleinsatz, z. B. Haltegriffe, Wannenlift, WC-Erhöhung
• Umbaumaßnahmen wie Schwellenentfernung, Türverbreiterung, Einbau einer bodengleichen Dusche

Hier finden Sie eine persönliche Prüfliste, mit der Sie Ihre Wohnung auf mögliche Verbesserungen überprüfen können.

Sollten Sie über Wohnraumanpassung nachdenken, empfehlen wir Ihnen eine Wohnberatung in Anspruch zu nehmen. Dort werden Sie alles über Möglichkeiten barrierefreier Umgestaltung erfahren, von der Ideallösung bis hin zu pragmatischen, alltagstauglichen Kompromissen zwischen Notwendigem und Machbarem und Beratung zur Finanzierung. Schauen Sie auf unserer Seite nach, welche Wohnberatungsstelle für Sie in Frage kommt: Klicken Sie bitte hier.


Betreutes Wohnen - Service-Wohnen - Was sind die Unterschiede?


In beiden Fällen handelt es sich um Wohnangebote für ältere Menschen mit einem ergänzenden Dienstleistungsangebot.
Es wird ein Mietvertrag abgeschlossen für eine eigene abgeschlossene Wohnung und es wird ein Betreuungsvertrag abgeschlossen für gewisse Grundleistungen mit monatlichen Kosten (Betreuungspauschale).

Es besteht die Möglichkeit ergänzend Wahlleistungen dazu zu kaufen und Veranstaltungen und Freizeitangebote zu nutzen.

Sie erhalten keine Pflege oder Hilfe an der Person.

Für das Betreute Wohnen gibt es eine DIN 77800, die Standards vorgibt zur Barrierefreiheit der Wohnung und zur Qualität der Betreuung. Das Service Wohnen muss diese Standards nicht erfüllen. Das heißt:

Betreutes Wohnen 

Qualifizierte Ansprechperson ist zu festen Bürozeiten anwesend.

Wohnung ist nach DIN 18025 barrierefrei gebaut. Die Wohnung ist stufenfrei zu erreichen.

 

Service-Wohnen

Es gibt keine Vorschriften ob und wie lange eine Ansprechperson im Haus ist.

Die Wohnung muss nicht barrierefrei sein und das Haus muss keinen Fahrstuhl haben.



So sind folgende Fragen zu beachten,
• Wie hoch sind die Kosten der Betreuungspauschale und welche Leistungen gibt es dafür?
• Welche weiter gehende Unterstützung wird benötigt und wie hoch sind diese zusätzlichen Kosten? 
• Sind die Ansprechzeiten der Betreuungsperson für den eigenen Bedarf ausreichend?
• Ist die Wohnung für die eigenen Bedürfnisse barrierearm genug?


Weiterführende Links zur Vertiefung der Informationen:
DIN 77800 Betreutes Wohnen
DIN 18025 barrierefreies Wohnen
Service-Wohnen Hannover-Definition
Adressen Betreutes Wohnen in Hannover
Adressen Service Wohnen in Hannover


Gemeinschaftliches Wohnen

 

Das Gemeinschaftliche Wohnen erfreut sich eines steigenden Interesses in unterschiedlichen Generationen. Diese „alternative“ Wohnform zeichnet sich durch das Zusammenleben mehrerer Gleichgesinnter in einer Haus- oder Siedlungsgemeinschaft aus.

Grundmerkmale des Gemeinschaftlichen Wohnens sind:

• Jede/r hat eine abgeschlossene, eigene Wohnung
• Es gibt gemeinschaftlich zu nutzende Räume und Flächen
• Die Bewohner organisieren die Art und Weise ihres Zusammenlebens selbst und unterstützen sich gegenseitig

In den bereits existierenden Projekten des Gemeinschaftlichen Wohnens gibt es eine große Vielfalt von Organisationsformen und Konzepten. Zum Beispiel:

• Selbst organisierte gemeinschaftliche Wohnprojekte
• von Wohnungsunternehmen initiierte Projekte mit Beteiligung der Bewohner oder ohne Beteiligung der Bewohner
• Nachbarschaftsprojekte in bestehenden Siedlungen
Bei selbst organisierten Wohnprojekten beginnt der Gemeinschaftsprozess bereits vor dem Einzug. Die zukünftigen BewohnerInnen sind an der Projektentwicklung entweder als Initiatoren oder als Mitwirkende beteiligt. Das bedeutet:
Gleichgesinnte müssen gefunden werden, ein intensiver Gruppenprozess wird in Gang gesetzt.

Die Rechts-, Organisations- und Finanzierungsform sind zu klären.
Und das Wichtigste und häufig Schwerste: Der passende Wohnraum muss gefunden und die ständige Finanzierung abgesichert werden.

Wenn Sie vorhaben, ein Wohnprojekt zu gründen oder bei einem Wohnprojekt mitzumachen, wenden Sie sich zur Beratung an das Forum für Gemeinschaftliches Wohnen, das einen Überblick über die meisten der Wohnprojekte in Hannover und Umgebung hat.

 

Wohnstifte

Eine besondere Kategorie des Betreuten Wohnens sind die sogenannten Wohnstifte oder auch Residenzen. Die hotelähnlichen Merkmale des Wohnens in einem Wohnstift sind:

• ein nach Lage, Zuschnitt und Ausstattung barrierefreies Appartement
• ein umfangreiches Dienstleistungsangebot, das aus Grundleistungen und aus Wahlleistungen besteht
• die Möglichkeit, Mahlzeiten im Haus zu bekommen
• kulturelle Veranstaltungen im Haus
• Pflege für alle Pflegestufen im Haus

Der abzuschließende Vertrag orientiert sich an den Vorgaben des Heimgesetzes. Deshalb fallen Wohnstifte in Hannover in den Bereich dieses Gesetzes.

Die Grundleistungen des Wohnstifts sollten aus folgenden Dienstleistungen bestehen:

• Ein Team von Ansprechpersonen rund um die Uhr, das berät und informiert, Dienstleistungen und kulturelle Angebote vermittelt und gute Nachbarschaft anregt
• Eine Hausnotruf-Anlage
• Technische Betreuung der Wohnanlage durch einen Hausmeister

Alle Wahlleistungen darüber hinaus werden von einem eigenen Dienst oder externen Anbietern erbracht. Diese werden gesondert abgerechnet.

Wenn Sie sich für ein Appartement in einem Wohnstift interessieren, werden Sie zunächst die eigenen Wohnbedürfnisse und Erwartungen klären. Im folgenden Schritt beschaffen Sie sich Informationen und vergleichen die Angebote der Hausprospekte miteinander. Danach ist es notwendig, die in Frage kommenden Anlagen in Augenschein zu nehmen und die vorgesehenen Verträge genau zu prüfen.

Das Leben in einem Wohnstift verursacht überdurchschnittliche monatliche Kosten. Bedenken Sie daher, dass die persönlichen finanziellen Verhältnisse die Deckung der alltäglichen Bedürfnisse auch langfristig ermöglichen sollten. Ebenso ist der Fall einer gesundheitlichen Verschlechterung zu berücksichtigen, der durch zusätzliche Hilfen und Pflege höhere Kosten verursacht.

Wenn Sie wissen wollen, wie eine barrierefreie Wohnung aussehen sollte, finden Sie hier eine interessante Seite dazu.

Wir haben alle Einrichtungen in Hannover zu ihren Angeboten befragt. So können wir Ihnen auch eine Übersicht über Wohnstifte bieten.


Ambulant betreute Pflegewohngemeinschaften

Wenn Pflege durch Verwandte im häuslichen Bereich nicht mehr leistbar ist, muss der/die Pflegebedürftige nicht unbedingt ins Pflegeheim.

Auch bei schwerer Pflegebedürftigkeit ist das Wohnen im normalen Wohnbestand möglich. Eine ambulant betreute Wohngemeinschaft kann eine Alternative zum Heim darstellen.
Darunter versteht man ein gemeinschaftliches Wohnen von 5-8 pflegebedürftigen Menschen, die in einer großen Wohnung oder einem passenden Haus zusammen leben.
Jede/r Pflegebedürftige hat sein individuelles Zimmer und es gibt Gemeinschaftsräume.
Die Gruppe führt einen eigenen Haushalt und entscheidet selbst über die Tagesgestaltung. Ambulante Dienste für Betreuung, Haushaltsführung und Pflege werden bedarfsgerecht hinzugezogen. Es müssen sehr viele Absprachen getroffen werden.

Die Mitglieder der Wohngemeinschaft entscheiden selbst, wann sie aufstehen, was sie essen, wie sie ihre Freizeit verbringen, wer die Pflege erbringt und wer mit ihnen zusammen wohnt.

Wichtige Voraussetzung:
Im Bedarfsfall  nehmen die Angehörigen oder Betreuer/Innen die Interessen der Betroffenen wahr. In einem Gremium wird gemeinsam an der Ausgestaltung der Lebenssituation gearbeitet.
Diese Wohnform bedarf der aktiven Mitarbeit und des Engagements der Angehörigen, ohne deren Überbelastung durch die tagtägliche Pflege.

Wenn Sie zu den aufgeführten Wohnformen in Hannover weitere Informationen wünschen wenden Sie sich bitte an das Seniorentelefon der Stadt Hannover 0511/168 4 23 45. 


Wohnen im Pflegeheim

An dieser Stelle soll der Vollständigkeit halber darauf hingewiesen werden, dass Pflegeheime als stationäre Einrichtungen selbstverständlich auch eine Form des Wohnens für ältere Menschen darstellen. Sie erfahren mehr über Bedingungen und Leistungen im Kapitel „Pflegeheime – wenn es zu Hause nicht mehr geht“


Literaturtipps zum Thema Wohnen im Alter :

Betreutes Wohnen: was Sie über Leistungen, Kosten und Verträge wissen müssen.
Verbraucherzentrale. 2008. – 9783938174845  
Preis 9,90 €

Reindl, B. und Kreuz, D: Wegweiser – Wohnen im Alter. Beuth Verl. 2007. - 
9783410166085

Altersgerecht umbauen. Stiftung Warentest. 2009. –
9783868510041
Preis 19,90 €

Wohnen im Alter – rechtliche Tipps zum Wohnen zu Hause, Betreutem Wohnen u. alternativen Wohnformen. BAGSO. 2009
9783406592065
Preis 3,90 €

 


 

Diese Informationen wurden Ihnen durch den
KOMMUNALEN SENIORENSERVICE HANNOVER

zur Verfügung gestellt.

 
Eine Gewähr für Druckfehler, Vollständigkeit und Aktualität insbesondere bei gesetzlichen Informationen, kann trotz gewissenhafter Überprüfung, nicht übernommen werden.
Mit dem Eintrag bzw. der Auflistung ist keine Bewertung der Dienstleistungs-Qualität verbunden.